Viele Kölner Wohnhäuser tragen eine Elektroinstallation aus einer Zeit, in der pro Zimmer eine Steckdose als großzügig galt. Sie funktioniert – bis Induktionsherd, Durchlauferhitzer, Wärmepumpe oder Wallbox dazukommen. Die Sanierung im Bestand ist einer unserer Schwerpunkte; hier steht, woran wir den Handlungsbedarf festmachen und wie so ein Projekt abläuft.
Woran wir beim Aufmaß zuerst schauen
- Zählerschrank ohne Fehlerstromschutz: Fehlt der FI-Schutzschalter oder deckt er nur einzelne Stromkreise ab, ist das der wichtigste Punkt auf der Liste.
- Zu wenige Stromkreise: Wenn Küche, Bad und Wohnzimmer an einer Absicherung hängen, wird jede neue Anschaffung zum Problem.
- Leitungen ohne Schutzleiter: Zweiadrige Altleitungen und klassische Nullung gehören nicht in eine Installation, an die heutige Geräte angeschlossen werden.
- Steckdosenmangel: Dauerhaft genutzte Mehrfachverteiler und Verlängerungen sind kein Komfortthema, sondern ein Hinweis auf fehlende Stromkreise.
- Keine Reserve: Kein Platz im Zählerschrank, keine freien Wege für Photovoltaik, Wärmepumpe oder Wallbox – dann blockiert die Elektrik die gesamte energetische Sanierung.
Die Zähleranlage kommt zuerst
Alles Weitere hängt an ihr. In einem Objekt in der Kölner Innenstadt haben wir 2023 die Zähleranlage im Zuge einer energetischen Sanierung komplett neu errichtet – ausgelegt für Photovoltaikanlage, Wärmepumpe und Wallboxen zusammen. Dieser Zuschnitt ist der eigentliche Planungsschritt: Wer den Schrank nur für den heutigen Bedarf baut, öffnet ihn in drei Jahren wieder.
Reihenfolge, die Geld spart: Erst den Bedarf der nächsten zehn Jahre festlegen, dann die Zähleranlage bauen, dann die Stromkreise. Umgekehrt zahlen Sie jeden Umbau zweimal.
Im bewohnten Haus geht es nur in Etappen
Eine vollständige Erneuerung bedeutet Schlitze, Staub und zeitweise abgeschaltete Bereiche. Deshalb arbeiten wir im bewohnten Objekt geschossweise oder nach Wohnungen: Ein Abschnitt wird fertiggestellt und wieder in Betrieb genommen, bevor der nächste beginnt. Bei größeren Projekten planen wir vorab in 3D mit DDS-CAD, damit Leitungsführung und Verteilungen feststehen, bevor die erste Wand geöffnet wird.
Läuft parallel eine Sanierung mit Trockenbau, Heizung oder Malerarbeiten, übernehmen wir die Koordination der Elektroarbeiten mit den anderen Gewerken – auf Wunsch die komplette Bauleitung Elektro. Standardmaterial kommt aus unserem eigenen Lager mit über 4.000 Artikeln, was bei Etappenplanung den Unterschied zwischen „morgen weiter“ und „nächste Woche weiter“ macht.
Was Sie später nicht mehr nachrüsten wollen
Wenn die Wände ohnehin offen sind, ist der richtige Moment für alles, was später nur mit Aufputzkanälen funktioniert:
- Leerrohre und Reserven in Keller, Garage und bis unters Dach.
- Strukturierte Netzwerkverkabelung statt WLAN-Krücken in Massivwänden.
- KNX-Vorbereitung, wenn Licht, Beschattung und Heizung später zusammenspielen sollen.
- Video-Sprechanlage und Türstation, bei denen die Leitung zur Haustür der aufwendige Teil ist.
Den Leistungsumfang dazu finden Sie unter Sanierung & Neubau; die Vorbereitung für Photovoltaik und Wallbox beschreiben wir in den Beiträgen zu Ablauf und Dauer einer Photovoltaikanlage und zur Wallbox-Installation.
Abnahme und Dokumentation
Zum Abschluss steht die Erstprüfung nach VDE 0100-600 mit Messprotokoll. Diese Unterlagen bewahren wir auf: Auch zehn Jahre später bekommen Sie das Protokoll, wenn die Versicherung oder ein Käufer danach fragt. Wie wir Anlagen- und Geräteprüfungen durchführen, steht unter Anlagenprüfung nach DIN/VDE.